Zu fett gegessen – was hilft?

Die köstliche Geburtstagstorte, der duftende  Schweinebraten, die würzigen Bratwürste – sie haben alle etwas gemeinsam, sie sind fett. Viele Menschen müssen den Genuss mit Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl, Blähungen, Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung büßen. Nicht immer kann oder will man die fettreichen Speisen meiden. Was kann da helfen?

Wie funktioniert die Fettverdauung?

Im Darm werden die Fette, die in der Nahrung enthalten sind, mit Hilfe der Gallenflüssigkeit emulgiert. Die so entstandenen winzig kleinen Tröpfchen werden von der Darmschleimhaut aufgenommen und dann weiterverarbeitet. Nicht ausreichend emulgierte Nahrungsfette verbleiben im Darm und werden von den Darmbakterien zersetzt. Dabei bilden sich Methan und Kohlendioxid, zwei gasförmige Stoffe, die Blähungen und Bauchschmerzen verursachen. Für eine ordnungsgemäße Fettverdauung ist eine ausreichende Menge an Gallenflüssigkeit Voraussetzung.

Die Artischocke kann helfen

Im Mittelmeerraum ist der Blütenstandsboden der Artischocke ein beliebtes Gemüse. Für arzneiliche Zwecke verwendet man die Blätter, weil sie den höchsten Gehalt an Flavonoiden und Caffeoylchinasäuren haben. Diese Inhaltsstoffe sind für die Wirkung entscheidend. Die Artischockenblätter werden getrocknet und die Inhaltsstoffe extrahiert. Der so gewonnene Extrakt wird auf die wichtigsten Wirkstoffe standardisiert, damit eine gleich bleibende Wirksamkeit gegeben ist.

Die Inhaltsstoffe der Artischocke wirken direkt auf die Leber. Dort wird der Gallensaft produziert und in der Gallenblase gesammelt. Der Artischockenextrakt regt die Produktion von Gallensäuren stark an, so daß für die Fettverdauung eine ausreichende Menge zur Verfügung steht.

Die Artischocke kann vorbeugen

Wird der Artischockenextrakt langfristig eingenommen, können erhöhte Serum-Cholesterinwerte sinken. Das beruht auf einem doppelten Effekt: Zum einen wird die Neubildung von Cholesterin in der Leber gehemmt, zum anderen wird mehr Cholesterin über die Galle ausgeschieden.

Kann jeder Artischockenpräparate nehmen?

Bei bereits vorhandenen Gallensteinen sollte vor der Einnahme der Hausarzt befragt werden. Durch den vermehrten Gallenfluss könnten diese Steine nämlich in die ableitenden Gallenwege geschwemmt werden und dort einen Verschluss verursachen.

Wir wünschen Ihnen einen guten Appetit!

Ihre Gabriele Knote