Holunder

Von Mai bis Juli blüht in unseren Gärten und auch in der freien Natur der Holunderstrauch, lateinisch Sambucus nigra genannt. Er gehört zur Familie der Geißblattge-wächse, und seine weißlichen Blütendolden duften süß. Im Herbst trägt er schwarzglänzende Beeren. Schon im Altertum war der Holunder eine wichtige Arzneipflanze. Diese Bedeutung hat er bis heute nicht verloren. Das zeigt sich nicht zuletzt darin, daß es bei uns eine „Hollerkönigin“ gibt.

Holunderblüten als Heiltee

In der Apotheke verwenden wir die getrockneten Blüten des Holunders, die mit kochendem Wasser übergossen als Tee zubereitet werden. Man nimmt ca. 2 Teelöffel Blüten auf 150,0 ml siedendes Wasser. Holundertee ist heiß getrunken hilfreich bei Erkältungskrankheiten, er wirkt schweißtreibend und besonders für das Nasensekret schleimlösend.

Holunderbeeren als Saft

Die Holunderbeeren müssen voll ausgereift sein, dann kann man sie zu Saft verarbeiten. Der Saft ist besonders reich an Vitamin C und wird deshalb gern zur Vorbeugung und Behandlung von Erkältungskrankheiten eingesetzt. Im Winter ist er heiß besonders wohltuend.

In der Homöopathie

In der Homöopathie wird Sambucus als Mittel gegen Schnupfen bei Säuglingen und Kleinkindern angewendet. Auch gegen Schweißausbrüche in den Wechseljahren kann Sambucus eingesetzt werden.

In der Küche

Die Blütendolden des Holunders kann man in Bierteig eintauchen und in schwimmendem Fett ausbacken –das ergibt mit Puderzucker bestreut eine köstliche Nachspeise. In alten Kochbüchern findet man auch Rezepte für Hollersekt. Aus den Blüten kann man auch einen aromatischen Sirup herstellen, der mit eiskaltem Wasser verdünnt sehr erfrischend ist. Die reifen Beeren ergeben eine gute Marmelade.

Ein Rezept für Holunderblütensirup:

Zutaten:20 Holunderblütendolden, 2 unbehandelte Zitronen, 1,5 kg Zucker, 50,0 g Zitronensäure, 1,5 l WasserZubereitung:Die Holunderblüten unter fließend kaltem Wasser sorgfältig waschen und abtropfen lassen. Den dicken Stengel abschneiden. Die Zitronen in Scheiben schneiden und in ein Steingutgefäß geben. Blüten, Zucker und Zitronensäure zufügen. Das Wasser zum Kochen bringen und darübergießen, umrühren. Zugedeckt an einem kühlen Ort drei Tage ziehen lassen. Dann alles abseihen, erhitzen, in saubere Flaschen füllen und sofort verschließen.

(aus „Holunderzauber – Ein Kochbuch & mehr“ von Andrea Oppermann)

Wir wünschen Ihnen eine schöne Sommerzeit

Ihre Gabriele Knote