Gewürz und Arzneistoff - Cayennepfeffer
Den Cayennepfeffer kennen wir auch unter den Namen Chili, spanischer Pfeffer oder Tabasco pepper. Ursprünglich ist der Cayennepfeffer in Mexiko und Mittelamerika zuhause. Er ist mit dem schwarzen Pfeffer, den wir im Haushalt verwenden, nicht verwandt. Cayennepfeffer stammt aus der Pflanzenfamilie der Nachtschattengewächse. Sehr bekannte und häufig verwendete Mitglieder dieser Pflanzenfamilie sind die Kartoffel und die Tomate. Zu den ungenießbaren Verwandten des Cayennepfeffers zählen die Tollkirsche und das Bilsenkraut. Der Tabak gehört übrigens auch in die Familie der Nachtschattengewächse.
Eine scharfe Sache
Die roten Früchte des Cayennepfeffers, die wir auch Chilischoten nennen, enthalten Capsaicinoide. Das sind die Inhaltsstoffe, die dem Cayennepfeffer die Schärfe verleihen. In der Küche verwenden wir meistens nur die entkernte Schote, weil die weißen Samen im Inneren der Frucht noch mehr von den Scharfstoffen enthalten. Ein sehr beliebtes Gericht ist „Chili con carne“, das aus Hackfleisch und Bohnen besteht und mit Chili gewürzt wird. Auch in dem Gewürz Tabasco ist Cayennepfeffer enthalten.
Und eine heiße Sache
Für Arzneimittel nutzt man die stark durchblutungsfördernde Wirkung des Capsaicin aus dem spanischen Pfeffer. Den Effekt spürt man, wenn man Capsaicin auf die Haut aufträgt. Sie wird rot und warm.
Man hat herausgefunden, daß Capsaicin die Weiterleitung von Nervenimpulsen hemmt, daher werden von den Nerven auch keine Schmerzsignale weitergeleitet. An der behandelten Stelle ist der Patient schmerzunempfindlich geworden. Deshalb kann man Capsaicin sehr gut gegen die Schmerzen anwenden, die nach einer Gürtelrose-Erkrankung zurückbleiben.
Aber Achtung!
Nach einer Gürtelrose darf man eine Salbe mit spanischem Pfeffer erst anwenden, wenn alle Bläschen abgeheilt sind. Und empfindliche Haut kann durch Cayennepfeffer so stark gereizt werden, daß sich Blasen bilden. Wärmflaschen und Heizdecken verstärken den wärmenden Effekt von Capsaicin so sehr, daß er unangenehm werden kann. Nach dem Einreiben ist es sehr wichtig, sich die Hände sehr gründlich mit Wasser und Seife zu waschen, damit man nicht versehentlich Wirkstoff in die Augen bekommt. Das würde zu starken Reizungen mit brennenden Schmerzen führen. Deshalb enthalten die „Pfeffersprays“, die man zur Abwehr von Angreifern kaufen kann, einen Extrakt aus Cayennepfeffer.
Wenn Sie Fragen zu Arzneimitteln haben, kommen Sie zu uns in die Apotheke. Wir beraten Sie gern.
Ihre Gabriele Knote

